In Gedenken an Oswald Stern

Nach dem Tod von Oswald Stern im Juli 2014 wurde eine Internetseite (oswald.familie-stern.de) eingerichtet, um Menschen, die ihn kannten oder gar ein Stück seines Lebensweges begleitet haben, eine Möglichkeit zu bieten, einige Worte in seinem Gedenken zu formulieren, um ihn so in Erinnerung zu bewahren.

Wenn diese Form der Kondolenz auch nicht viele Personen und Institutionen genutzt, sondern lieber auf traditionelle Weise schriftlich per Post oder persönlich kondoliert haben, soll dem Text der Gedenkseite und den formulierten Gedanken hier ein dauerhafter Platz eingeräumt werden.


Oswald Stern
Oswald Stern

Oswald Stern wurde am 29. Januar 1930 in Bornich, nahe der Loreley, geboren.

Nach seiner durch den Zweiten Weltkrieg geprägten Schulzeit begann er im Alter von vierzehn Jahren mit einer Lehre als Maschinenschlosser bei der Reichsbahn.

Später ergänzte er seine berufliche Qualifikation mit einer Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechaniker und war den überwiegenden Teil seines beruflichen Lebens als Kraftfahrzeugmechaniker-Meister bei der Firma Karl Greiff KG (Opel) in St. Goarshausen tätig.

In seiner Freizeit engagierte sich Oswald Stern ab 1962 bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden in der Freiwilligen Feuerwehr.

Er führte die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Bornich von 1965 bis 1990, war von 1973 bis 1988 als Stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeinde Loreley eingesetzt und verantwortete das Ehrenamt des Wehrleiters der Verbandsgemeinde Loreley von 1988 bis 1990.

Von 1976 bis 1994 war er als Kreisausbilder des Rhein-Lahn-Kreises in Bad-Ems mit der Ausbildung des Feuerwehr-Nachwuchses betraut.

Oswald Stern erhielt für seine Verdienste um das Feuerwehrwesen

  • 1987 Das Deutsche Feuerwehr Ehrenkreuz in Silber,
  • 1989 Das Silberne Feuerwehr-Ehrenzeichen am Bande
    (Rheinland-Pfalz) und
  • 1990 Das Goldene Feuerwehr-Ehrenzeichen am Bande
    (Rheinland-Pfalz).

Bereits in jungen Jahren betrieb Oswald Stern eine kleine Landwirtschaft und Weinbau im Nebenerwerb.

Ab 1969 engagierte er sich aktiv in der Winzergenossenschaft Loreley e.G. in Bornich. Nach Eintritt in den beruflichen Ruhestand galt seine besondere Leidenschaft der öffentlichen Präsentation der Region rund um die Loreley und der Weine seiner Heimatgemeinde Bornich.

Die unzähligen, von Oswald Stern bis in das hohe Lebensalter liebevoll mit Witz und seinem beeindruckenden Schatz an Reimen und Gedichten gestalteten Weinproben sind legendär, seine Gästebücher von Einträgen regionaler und globaler Persönlichkeiten und Gruppen geprägt.

2007 wurde Oswald Stern die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz verliehen. Er erhielt diese Auszeichnung…

…für sein langjähriges Engagement für das Feuerwehrwesen im Rhein-Lahn-Kreis und vor allem für seinen Einsatz für die Winzergenossenschaft Bornich. Er war 26 Jahre lang ehrenamtlich in verschiedenen Führungsfunktionen der Winzergenossenschaft tätig. Noch heute bietet er im Namen der Winzergenossenschaft Bornich einzigartige und originelle Weinproben an, die ihn überregional bekannt gemacht haben. Außerdem ist Herr Stern seit 1993 ehrenamtlicher Beisitzer im Vorstand für die Weinwerbung Mittelrhein. Zudem war er 25 Jahre lang Wehrführer der freiwilligen Feuerwehr Bornich und kümmerte sich 18 Jahre lang mit um die Ausbildung von Feuerwehrleuten im Rhein-Lahn-Kreis.

Am 14. Juli 2014 verstarb Oswald Stern in Kamp-Bornhofen im Alter von 84 Jahren. Die Beisetzung erfolgte am 20. Juli 2014 auf dem Friedhof in Bornich.


Die Gedanken…


Lieber Oswald,
lese erst heute vom Ableben in deinem geliebten Bornich. Nun bist Du selbst ein Stern am Himmel über deinem Heimatort. Wir haben Dir viel Wissen und die Leichtigkeit bei den Weinproben zu verdanken. Zigmal war ich mit den geo-Studenten bei Dir zu Gast, um uns in die Kunst des Mittelrheinweines einweihen zu lassen. Viele Sympathien sind entstanden und eine große Dankbarkeit. Du fehlst auf dem Loreleyfelsen. Dein Esprit und deine Freude allen gegenüber wird unvergessen bleiben. Leuchte uns ganz hell ins Glas, wenn der Loreleyriesling dort schimmert, den Gaumen kitzelt und der Abgang zur Wonne wird.
Dein Freund Rolf Seltmann
Dozent der Geographie aus Heidelberg

Seltmann, Rolf – Geographiedozent, 23. November 2015

Meine Freundin Ute und ich lernten dich im März 2004 beim Weinwochenende auf der Loreley kennen. Diese Weinprobe hat einen nachhaltige Eindruck auf uns hinterlassen.
Besonders beeindruckend war die Freude und Begeisterung, mit der du die Weine präsentiert hast. Man spürte förmlich, dass du selber Spaß an solchen Veranstaltungen hast, und wie der Funke von dir auf die anderen Teilnehmer übersprang.
Mit deinem schier unerschöpflichen Fundus an Sprüchen und Reimen hast du deine Weinproben zu unvergesslichen Erlebnissen gemacht.
Auch spätere Weinproben und Begegnungen waren von deiner herzlichen Art geprägt. Wir haben uns immer sehr gefreut dich in Bornich zu sehen.
Als wir uns auf dem Winzerfest 2013 kurz sahen, hätten wir nicht gedacht, dass dies das letzte Mal sein sollte. Du gehörst für uns zu Bornich wie der Dom zu Köln gehört.
Im Bornicher Winzerkeller steht ein Spruch an der Wand. “ Wein vergoldet jeden Tag „ Ich glaube, dass du nach diesem Motto gelebt hast.
Vielleicht sollte man eine Auslese nach dir benennen. (z.B. Bornicher Sternrebe, oder Oswalder Bornich)
Wir stellen uns gerade vor wie du im Himmel eine Weinprobe veranstaltest und dem Petrus die Geschichte von den zwei Möglichkeiten erzählst. Jedesmal, wenn wir eine Flasche Bornicher Wein öffnen oder zu Gast in Bornich sind werden wir uns an dich erinnern.
Mach et joot
Ute + Kalle

Ute und Kalle, 20. Januar 2015

Lieber Oswald,

mit ein wenig Abstand von deinem Tod habe ich diese Internetseite erstellt, damit du in Erinnerung bleibst und damit Menschen, denen du etwas bedeutet hast, eine Gelegenheit bekommen – wenn sie mögen – an dich einen letzten Gruß zu verfassen. Daher möchte ich auch gleich als erster damit beginnen.

Je mehr ich an die gemeinsamen Jahre meiner Kindheit und Jugend zurück denke, desto detaillierter werden die Erinnerungen an einen tollen Vater.

Da kommen mir – um nur ein Beispiel zu nennen – die vielen Stunden in den Sinn, in denen ich dir in der Garage beim Wiederherrichten von Kfz-Totalschäden und sonstigen Reparaturen geholfen habe. Es ist kaum zu glauben, wie viel Know-How man so nebenbei als junger Mensch mitbekommt. Von diesem Wissen profitiere ich heute noch.

Wir waren sicher nicht immer einer Meinung, lagen aber – so glaube ich zumindest heute – doch in vielen Bereichen auf einer Linie. Dein Engagement, deine Begeisterung und auch dein Anspruch für dir wichtige Themen aber genauso eine gesunde Bescheidenheit finde ich ein Stück weit auch bei mir wieder.

Ich danke dir nochmals sehr herzlich für die Unterstützung und auch für die Anleitung, die du mir als junger Mensch immer wieder hast zuteil werden lassen. So richtig zu schätzen lernt man das erst, wenn man erwachsen ist. Außerdem danke ich dir, dass du stets an mich geglaubt und mir vertraut hast.

Du wirst mir immer in lieber Erinnerung bleiben und ich hoffe, du lässt dir den Wein auch da oben gut schmecken.

Mach’s gut
Dein Sohn Jens

Jens-P. Stern, 21. Dezember 2014