Die Herkunft des Georg Philipp Breul aus Schwickershausen

Veröffentlicht: 2. September 2021, aktualisiert: 5. September 2021

Georg Philipp Breul (nachfolgend Proband) gehört zu unserer gelben Reußland-Line und ist ein Vorfahre von Maria „Marie“ Emilie Reußland, die mütterliche Urgroßmutter unserer jüngsten Sterns. Er wurde am 13. September 1789 in Schwickershausen begraben. Sein Alter ist mit 71 Jahren, 7 Monaten und 1 Woche angegeben, was als errechnetes Geburtsdatum den 31. Juli 1718 ergibt.

Im Heiratseintrag zu seiner Ehe mit Anna Barbara Krieg am 5. Februar 1741 in Schwickershausen ist im Kirchenbuch (KIB) nachgetragen, dass er „von Ober Harles“ stammte. Art und Form des Nachtrages lassen darauf schließen, dass er unmittelbar nach dem originären Eintrag erfolgte. Bei Anna Barbara Krieg wurde die Herkunft „allhier“ nachgetragen.

Alle bisher diesbezüglich gefunden Quellen wurden ausgewertet, solange der noch immer fehlende Taufeintrag des Probanden nicht aufgefunden wurde, kann die Filiation jedoch nicht endgültig aufgelöst und bewiesen werden.

Für Anmerkungen, Hinweise und Ideen in Bezug auf die Herkunft von Georg Philipp Breul bin ich dankbar.

Ein passender Taufeintrag um 1718 konnte in den KIB bzw. Ortsfamilienbüchern (OFB) der umliegenden Gemeinden Schwickershausen, Henneberg, Berkach, Mühlfeld, Sondheim (Grabfeld), Behrungen, Jüchsen, Rentwertshausen, Waltershausen (Grabfeld), Walldorf, Helmershausen, Kaltennordheim, Kaltensundheim Meiningen, Bibra, Nordheim (Grabfeld) und anderen Gemeinden nicht gefunden werden. Ein einziger Taufeintrag mit gleichem Namen erfolgte am 9. Februar 1682 im KIB von Henneberg, ist aufgrund des großen zeitlichen Abstandes aber irrelevant.

Wenn auch bisher keine Taufe des Probanden gefunden werden konnte, steht es hiesigen Erachtens außer Frage, dass er ein Nachfahre der Breuls ist, die in der Mitte des 17. Jahrhunderts im Raum Harles/ Einödhausen ansässig waren.

1. Vorbemerkung

Nach den in den Dokumenten der Region gemachten Erfahrungen sind mehrere KIB der umliegenden Gemeinden relevant, da sich die Familien an verschiedenen Orten niedergelassen haben und anscheinend im Laufe der Zeit auch verschiedene Pfarreien in den Orten zuständig waren. Es ist auch möglich, dass Pfarrer zeit-/ vertretungsweise in anderen Gemeinden agierten, die Daten aber in das “eigene” KIB eingetragen haben. Ereignisse zu den hier in Rede stehenden Familien und Personen sind überwiegend in Henneberg oder Schwickershausen, zuweilen aber auch in Mühlfeld bzw. Behrungen eingetragen. Der Beginn der Eintragungen variiert. Einige der KIB erscheinen recht lückenhaft.

Insgesamt ist daher davon ausgehen, dass weitere Familienereignisse existieren, die nicht oder in bisher nicht betrachteten/ gefundenen KIB eingetragen sind.

1.1 Familiennamen

Der Name Breul kommt in unterschiedlichen Varianten vor, z.B. auch Breuel, Breyl, Breyel, Braüel. Eine weitere, ähnlich klingende Variante lautet Brell bzw. Prell. In den KIB wurden bisher keine Personen gefunden bei denen diese beiden Schreibweisen alternieren, was dafür spricht, dass Brell ein eigenständiger Name und die mainfränkische Dialektvariante von Prell ist.

Die einschlägige Fachliteratur beschreibt Breul als Wohnstättenname für eine feuchte Niederung bzw. eine sumpfige Gegend oder eine feuchte Wiese. Vereinzelt wird auch die Berufsbezeichnung des Bierbrauers genannt.

Prell wird als Übername zum mittelhochdeutsche Prelle, einem lauten Menschen (Schreier) zugeordnet.

Es ist dennoch möglich, dass die phonetisch gleich klingenden Namen regional durch unterschiedliche Schreibweisen verschiedener Verfasser entstanden sind. Auch kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Breul- und B(P)rell-Varianten im Laufe der Zeit zunehmend synonym verwendet wurden und sich vermischten – wie auch die zugehörigen Familien.

Geogen zeigt heutzutage eine ziemlich identische relative Verteilung von Breul und Brell:

Die Verteilung von Breuel und Prell variiert hingegen:

Diese Zahlen und Grafiken wurden mit Geogen erstellt, unterliegen der Creative Common Lizenz und basieren auf einer Auswertung von Telefonanschlüssen, was bei der Deutung der Informationen zu berücksichtigen ist. Sämtliche statistische Daten sind Stand 31.12.2002. Mehrfacheinträge (Festnetz, Fax und Handy) gingen nur einmal in die Zählung ein. Die Daten scheinen alt, sind aber eigentlich nicht alt genug, da sie schon voll im Handy-Zeitalter liegen und viele Bürger heute gar nicht mehr in Telefonbüchern verzeichnet sind. Die Verteilung anderer Namen können Sie direkt bei Geogen ermitteln.

Sofern nicht explizit vermerkt bzw. konkret zitiert, wird Breul nachfolgend als Sammelbegriff verwendet.

1.2 Geschichtlicher Hintergrund und Ortsbezeichnungen

Für das Verständnis der damaligen Situation ist es hilfreich, zunächst einige geschichtliche und geografische Aspekte zu den relevanten Orten zur damaligen Zeit zu beleuchten.

Henneberg liegt am Fuße der gleichnamigen Burg Henneberg. 1583 starb mit dem Tode des letzten Grafen von Henneberg-Schleusingen, Georg Ernst, das Grafengeschlecht in männlicher Linie aus. Die Burg jedoch wurde noch bis in das beginnende 17. Jahrhundert bewohnt. Der Ort Henneberg kam 1583 mit dem Amt Maßfeld unter gemeinsame sächsische Verwaltung. In den KIB ist mehrmals ein fürstliches Kammergut benannt, das zugehörige Gutshaus existiert im Ort (Bergweg 7/9) offensichtlich noch heute.

Der knapp 1 km südostwärts gelegene Ort Einödhausen (=Endershausen, Einertshausen, Ennershausen u.ä.) gehörte ebenso zum alten Besitz der Grafschaft Henneberg und befand sich beim Aussterben der Grafen von Henneberg-Schleusingen im Jahr 1583 samt der Niedergerichtsbarkeit in adligen Händen, zählte aber der Landeshoheit nach zum Amt Maßfeld.

(Ober-)Harles liegt etwa 1 km südwestlich von Einödhausen und war zur damaligen Zeit ein Einzelhof oder eine Wüstung mit einigen wenigen Gebäuden, wozu auch mindestens ein Wohnhaus gehörte. Harles ist bereits 1594 in einer Landkarte benannt und dort (unter wettinischer Verwaltung) der Grafschaft Henneberg zugehörig. Obwohl vergleichsweise klein, sind dort beginnend um ca. 1650 bereits verschiedene Familienväter erwähnt, z.B. ein Wirth oder ein Mittelmüller. Die Berufsbezeichnung „Wirth“ ist hier nicht als Gastwirt, sondern als Landwirt zu interpretieren.

Unterharles ist wohl jüngeren Datums und existierte erst ab ca. 1731.

In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges ereigneten sich in der Region zahlreiche Gräueltaten und Plünderungen, das benachbarte Mühlfeld beispielsweise, wurde zur Wüstung. Nach dem Krieg begann vielerorts ein Wiederaufbau und es fanden zahlreiche Neuansiedlungen statt.

Die Grafschaft Henneberg wurde 1660/61 in Folge von Erbstreitigkeiten aufgeteilt. Es entstand u.a. das Herzogtum Sachsen-Altenburg (Meiningen, Maßfeld, Themar, Kellerei Behrungen, Hof zu Milz, Kammergut Henneberg). Dieses wurde 1672 mit dem Herzogtum Sachsen-Gotha (Frauenbreitungen, Sand und Wasungen) zum Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg vereinigt.

Nach dem Tod von Herzog Ernst I.von Sachsen-Gotha-Altenburg wurde das Herzogtum im Jahr 1680 unter seinen sieben Söhnen geteilt, wodurch die zugehörigen Ämter auf die Folgestaaten aufgeteilt wurden. Hennberg, Einödhausen und Harles kamen zum Herzogtum Sachsen-Meiningen, das erst 1867 Bundesstaat im Norddeutschen Bund wurde.

Ob und ggf. zu welchen Zeiten Einödhausen und/oder Harles unmittelbar zum Kammergut Henneberg gehörten oder ob und wann sie eigenständige Höfe/ Güter waren, konnte bisher nicht ermittel werden.

Während zu Beginn der relevanten Einträge in den KIB noch relativ eindeutig zwischen den Ortszeichnungen Harles und Einödhausen differenziert werden kann, wurden die Begriffe Einödhausen, Harles, und Oberharles im Laufe der Zeit – je nach individueller Vorliebe des jeweiligen Verfassers – anscheinend zunehmend synonym füreinander verwendet. In Schwickershausen wurde Harles, in Henneberg Einödhausen bevorzugt. Spätestens ab der Jahrhundertwende 1600/ 1700 scheinen die Ortsnamen für eine eindeutige Abgrenzung nicht mehr geeignet.

1.3 Annahmen

Da das Alter des Probanden recht präzise mit 71 Jahren, 7 Monaten, 1 Woche angegeben ist, wird davon ausgegangen, dass das berechnete Geburtsdatum 31. Juli 1718 zumindest auf einen Monat genau stimmt.

Die Angabe im Heiratseintrag vom 5. Februar 1741, dass er aus Oberharles stammte, wird so interpretiert, dass er dort geboren wurde, aufgewachsen ist und/ oder zu diesem Zeitpunkt dort gelebt hat. Neben Oberharles kommt aber grundsätzlich auch Einödhausen als Herkunftsort in Betracht.

Auf alle Fälle dürfte er in einer verwandtschaftlichen Beziehung zu den dort lebenden Breuls gestanden haben und war womöglich ein Nachfahre in einer der frühen dortigen Breul-Linien.

Eine besondere Konstellation, wie z.B. die uneheliche Geburt durch eine Breul-Tocher und die Annahme deren Namens, wäre zwar möglich aber dann wohl als solche in den KIB vermerkt. Auch eine offizielle oder inoffizielle „Adoption“ ist nicht grundsätzlich auszuschließen, Hinweise in diese Richtung wurden aber bisher nicht gefunden.

1.4 Kriterien

Gesucht wird also ein Eltern-Ehepaar, dass den folgenden Kriterien entspricht:

  • Der Familienname des Vaters lautet Breul in einer der Varianten
  • Herat um 1718 oder früher
  • Geburt der Mutter nach 1670 (Alter bei der Geburt 48 Jahre, wahrscheinlich war die Mutter aber jünger)
  • keine Geburt eines anderen Kindes im zeitlichen Zusammenhang
  • Bezug zu (Ober-)harles bzw. einer der angrenzenden/übergeordneten Gemeinden

2. Frühe Linien

Nach dem Studium aller Breul-Einträge in den KIB von Schwickershausen und Henneberg, sowie in den OFB von Mühlfeld und Behrungen zeichnen sich um 1650 zwei frühe Linien (L1 und L2) ab, deren Stammehepaare folgende zu sein scheinen:

  • KIB Schwickershausen:
    • L1 Prell, Mich(a)el *1604 +1662 Harles, Wirt im Harles
    • oo
    • NN, Dorothea +1694 Harles
  • KIB Henneberg:
    • L2 Breuel, Caspar *1629 +1710 Einödhausen, Fürstlicher Pachtmann von Henneberg
    • oo
    • NN, Catharina *1630 +1690 Henneberg

Ob und in welcher verwandtschaftlichen Beziehung die beiden Stammväter möglicherweise bereits standen und wo sie ursprünglich herkamen, konnte bisher nicht herausgefunden werden.

Eine Verbindung der beiden Familien ist spätestens 1677 mit der Heirat von Caspar Breul (Sohn von L2) und Barbara Prell (Tochter von L1) nachgewiesen.

1696 ist Anna Barbara des Wirths zu Harles Tochter – eine Enkelin von Mich(a)el Prell *1604 – Patin bei der Taufe von Anna Barbara Breul, einer Tochter von Caspar Breul (*1629) aus zweiter Ehe.

Bis Ende des 17. Jahrhunderts lassen sich die beiden Linien relativ gut verfolgen.

3. Potenzielle Elternpaare

L1 „Prell“ zeigt folgende männliche Linie auf:

  • Michel [M01] *1604 → Michel *1658 [M02] → Caspar *1681 [CM01]

Das Geburtsdatum von M02 1658 wurde errechnet und war mit Blick auf die Geburt der ersten Tochter – er wäre 17 Jahre alt gewesen – evtl. tatsächlich etwas früher.

Der einzige Sohn Caspar hat sich gemäß OFB Behrungen 1713 und in zweiter Ehe 1719 in Behrungen verheiratet und ist dort verstorben.

Da am 26. April 1718 seine Tochter Margaretha Elisabetha geboren wird, scheiden er und seine Ehefrau Anna Körner, die zudem – wohl im Zusammenhang mit der Entbindung – am 1. Mai 1718 verstorben ist, als potenzielle Eltern des Probanden aus. Am 28. November 1719 hat Caspar erneut in Behrungen geheiratet.

L2 „Breuel“ ist nicht ganz so eindeutig nachvollziehbar.

Im 1649 beginnenden KIB von Hennberg taucht 1665 unter den Kommunikanten erstmalig ein Caspar Breul auf, ab 1667 wird auch eine Catharina Breulin genannt. Ab 1668 ist zusätzlich ein weiterer Caspar Breul erwähnt. Alle drei Personen stehen stets hintereinander, weswegen davon ausgegangen werden kann, dass es sich um die Eltern und ihren Sohn handelt. Es ist nicht bekannt, ab welchem Alter Kinder zu dieser Zeit in die Henneberger Kommunikantenlisten aufgenommen wurden, wahrscheinlich erfolgte dies aber – wie üblich – erst nach der Zulassung zum Abendmahl, also erst nach der Konfirmation. In dieser Annahme dürfte Caspar jun. vor ca. 1654 geboren worden sein, seine Eltern somit vor ca. 1635. Durch die Bestattungseinträge können diese Angaben präzisiert werden.

  • Caspar sen. * 1629 oo vor 1654 mit Catharina *1630 [Ehe (E) 01]
  • Caspar jun. * vor 1654

Caspar jun. [C02] dürfte somit relativ eindeutig derjenige Caspar Breul gewesen sein, der sich 1677 mit Barbara Prell von Harles aus L1 (siehe oben) verheiratet hat.

Caspar sen. [C01] wird bei dieser Trauung als „fürstlich Pachtmann von Henneberg“ bezeichnet, woraus sich folgende Fortschreibung ergibt:

  • C01: Caspar sen. * 1629 oo vor 1654 mit Catharina * 1630, Fürstlicher Pachtmann von Henneberg [E01]
  • C02: Caspar jun. * vor 1654 oo 1677 mit Barbara Prell in Henneberg [E02]

Das 1665 beginnende Erscheinen des „fürstlich Pachtmann von Henneberg“ könnte im Kontext mit der Wandlung der Grafschaft Henneberg in das Herzogtum Sachsen-Altenburg im Jahr 1660/61 zu erklären sein.

Mit Blick auf den Probanden scheidet E01 aufgrund des Alters der Mutter (1718 wäre sie wohl schon über 80 Jahre alt gewesen) aus und weil diese ohnehin bereits 1690 im Alter von 60 Jahren (die offensichtlich ursprüngliche 77 wurde überschrieben) in Henneberg verstorben ist [-> * 1630].

E02 dürfte in Bezug auf die Vaterschaft des Probanden ebenfalls keine Rolle spielen da seine Ehefrau Barbara (* 1655 Prell) erst 1730 in Harles verstarb, sie aber 1718 bei der in Rede stehenden Geburt bereits 63 Jahre alt gewesen wäre. Eine weitere Ehe von C02 und dessen Bestattungseintrag konnten nicht gefunden werden.

Aus E02 hat C02 folgende Kinder:

  • Georg Philipp *1682 ~ in Henneberg
  • Hans Caspar *1684 ~ in Henneberg [C03]
  • Christoph * 1686 ~ in Henneberg
  • Johann Ludwig *1688 in Einödhausen ~ in Henneberg

Georg Philipp hat gemäß OFB Mühlfeld am 8. November 1718 in Mühlfeld Eva Catharina Brell, die Tochter von Hanß Caspar Brell aus Mühlfeld geheiratet. Sie war eine Enkelin von Georg Simon Prell, der 1671 in Schwickershausen geheiratet hat, jedoch offensichtlich am 23. September 1649 in Waltershausen geboren wurde. Georg Philipp und seine Ehefrau können aufgrund des Heiratsdatums als Eltern des Probanden nachrangig betrachtet werden, auch wenn ihre Kinder in Harles geboren wurden.

Zu Christoph Breul wurde bisher nichts weiteres gefunden, da anscheinend keine Ehe von ihm in Zusammenhang mit Oberharles bzw. Einödhausen existiert, kann er für die Vaterschaftsbetrachtung ebenfalls nachrangig gesehen werden.

Johann Ludwig hat am 15. Mai 1714 in Mühlfeld eine Catharina Heurig aus Schwickershausen geheiratet. Er lebte offensichtlich mit seiner Familie in Schwickershausen. Da seine Tochter Maria Dorothea am 2. Juli 1718 geboren wurde, scheidet diese Familie ebenfalls aus.

Als potenzieller Vater des Probanden bleibt von den Söhnen aus E02 also lediglich Hans Caspar [C03].

Wie bereits erwähnt, ist Catharina, die Ehefrau von C01 1690 verstorben („Caspar Breuels, fürstl. Pachtmanns Weib“). Im KIB von Henneberg ist 1690 zusätzlich vermerkt „Fest Lent. hat Caspar Breulten Pachtmann auff dem Fürstl. Cammergut nach seines Weibes Todt den Predigt-Stuhl mit grünen? Rasch? auf seines Kosten laßen flieden [flicken] so gekostet 5 Gulden”.

Relativ kurz nach ihrem Tod hat am 26. November 1690 ein „Caspar Breuel, Pachtmann auf dem fürstl. Cammergut“ eine Anna Elisabetha Kühehirt geheiratet [E03].

Diese Anna Elisabetha ist 1748 im Alter von knapp 79 Jahren verstorben [-> * 1669, bestätigt durch Taufeintrag ~ 13 Mär 1669] „Anna Elisabetha, Casp. Breuels gewesenen Pachtens auf dem fürstl. Cammerguth“. Bei der Hochzeit 1690 war sie 21 Jahre alt. Da C02 gemäß OFB Mühlfeld noch mit der bis 1730 lebenden Barbara Prell verheiratet war, C03 und Caspar Prell aus L1 [CM01] zu jung waren, kommen als Ehemann [E03] nur C01 oder jemand von außerhalb infrage. Der Verweis auf den ehemaligen Pachtmann auf dem Henneberger Kammergut bei späteren Taufen und bei der Bestattung der Ehefrau sowie das im zeitlichen Kontext stehende Ableben seiner ersten Ehefrau lassen auf C01 schließen, auch wenn er bei der Hochzeit 1690 bereits 61 Jahre und damit 40 Jahre jünger als seine zweite Ehefrau gewesen ist und er bei der Zeugung des ältesten Kindes bereits ca. 77 Jahre alt war. C01 verstarb 1710 im Alter von gut 81 Jahren [-> * 1629]. Bei der Trauung spielte vermutlich eine Rolle, dass C01 wohlhabend gewesen sein musste und der Vater der Braut vermutlich schon zu dieser Zeit der Ortsschultze war.

In der Chronik von Mühlfeld ist auf Seite 38 erwähnt: „1685 veräußerte Georg Christoph von Bibra Herzog Bernhard von Sachsen-Meiningen zu Lehen gehende Besitztümer an Caspar Breul und Hans Mannsfelder zu Henneberg für 1100 Gulden, und zwar einen Hof zu Oberharles, bestehend aus einem Wohnhaus, Wiesen, Äckern und Holz, nebst einigen Gütern in Mühlfeld.“ Als Quelle ist angegeben: „Mathes, Georg: Wilhelm Freiherr von Bibra. In: Heimatblätter Rhön- und Streubote Nr. 36/1934 v. 7.9.1934“.

Der benannte Caspar Breuel zu Henneberg, der u.a. den Teil eines Hofes in Oberharels erwarb, dürfte C01 – vielleicht auch sein Sohn C02 – gewesen sein. Eventuell ist einer der beiden oder vielleicht auch beide, zumindest zeitweise dort vor Ort in Oberharles ansässig geworden, auch wenn in den Ortsbezeichnungen häufig Einödhausen steht. Wie bereits erwähnt wurden die Orte zuweilen synonym verwendet.

Eine optionale These hinsichtlich E03 könnte sein, dass nicht C01, sondern C02 der Ehemann gewesen ist. Dafür spricht, dass er nach 1688 keine weiteren Kinder mehr mit Barbara Prell hatte. In diesem Fall wäre aber deren im OFB Mühlfeld gelistete Bestattung im Jahre 1730 falsch. Zudem wird C02 sonst nirgendwo als Pachtmann des Kammergutes bezeichnet, auszuschließen ist aber nicht, dass er dies in der Nachfolge seines Vaters gewesen ist.

Ab hier wird die Filiation unübersichtlicher, denn neben C1, seinem Sohn aus erste Ehe C2, dessen Sohn C3 taucht 1693 die Taufe eines weiteren Caspar Breul im Henneberger KIB auf [C4]. In diesem wird in der Folge von Senior, Junior, später auch von “der Jüngere” geschrieben. Zudem waren die Kinder aus E03 in etwa gleichaltrig mit den Kindern aus E02.

Aus E03 gingen folgende Kinder hervor:

  • Anna Elisabetha *1691 ~ in Henneberg, „Caspar Breuel, Fürstl. Pachtmanns Tochter“, im OFB Mühlfeld ist dieses Kind fälschlicherweise? E02 zugeordnet.
  • Johann Caspar * 1693 Einödhausen ~ Henneberg „Caspari Breuls Sen. Zu Einodshausen Sohn“, [C04], der Zusatz „Sen.“ weist auf C01, nicht C02 als Vater hin, zudem hat C01 bereits einen noch lebenden Sohn mit Namen Hanß Caspar [C03].
  • Sophia Margaretha und Anna Barbara (Zwillinge) *1696 in Einödhausen ~ in Henneberg „Caspar Breuls Zur Einertshausen“, Anna Barbara ist nach sechs Wochen verstorben
  • Christina Barbara *1698 ~ in Henneberg + 1716 „Cahp. Brauels“
  • Johann Wolff und Hiob (Zwillinge) *1701 in Einödhausen ~ in Henneberg „Caspar Braüels gewesen Herrschaftl. Pachtmanns jetzo Innwohner Zu Einnodshausen Zwillinge“, die beiden sind nach wenigen Tagen verstorben, Patin von Anna Barbara war „Anna Barb. des Wirths Zum Harles Tochter“, dies war wohl Anna Barbara Brell aus L1, eine 1679 geborene Tochter von M02.
  • Catharina *1703 in Einödhausen ~ in Henneberg „Caspar Braüel gewesen Pachtmann in Henneberg vorjetzo in Ennertshausen“
  • Johann Michael *1706 in Einödhausen ~ in Henneberg, „Caspar Braüel, Inwohners Von Einnertshausen Sohnlein“

Von den überlebenden Söhnen ist Johann Michel als potenzieller Vater des Probanden zu jung. Er hat 1731 in Henneberg als „Kammer=?(..) Bey dem Hln Grafn Z(..) Schwartzer“ geheiratet.

Neben dem bereits identifizierten Hans Caspar [C03] verbleibt als weitere Option also nur Johann Caspar [C04].

Im relevanten Zeitfenster kommen die nachfolgenden „Breul-Paare“ als Eltern von Georg Philipp in Frage, zur besseren Übersicht nachfolgend mit dem Prefix „H“ (Heirat) versehen und chronologisch nummeriert. Oben bereits ausgeschlossene Ehen bleiben hier unerwähnt. Bei allen gefundenen und noch für die Vaterschaft möglichen Beziehungen heißt der Vater Caspar. Es ist somit naheliegend, dass C03 und C04 die Ehemänner waren.

  • H01 22. September 1713 in Henneberg:
    • „Joh: Caspar Breuel, Jggsl, Caspar Breuels seel. Inwohners Zu Einertshausen ältester Sohn, mit Jgfr Margarethe Eplerin Mstr: Caspar Eplers auch Inwohners und Schmidts daselbst älteste Tochter cop: d 22. 9br“
  • H02 14. November 1713 in Schwickershausen:
    • „Ist Hanß Caspar Breil, Caspar Breils seel nachgelassener Sohn im Oberharrles, mit Anna Barbara Storandin, desWeyland Hanß Martin Storands, gewesenen Steins(..)tzers und Mitnachbars alhier, hinterlaßener Tochter copulieret worden.“
  • H03 23. Mai 1719 in Henneberg:
    • „Joh: Caspar Breuel. Wirth Zu Einertshausen u. Witber mit Jgfr: Margarethe Trotz, Hanß Trotzs Steinsetzers u. Leinwebers Zu Aulyenfeld ehleibl älteste Tochter.

Da H01 und H02 relativ zeitgleich erfolgten, muss es sich um zwei unterschiedliche Johann (Hanß) Caspar Breul gehandelt haben.

Eine der Schlüsselfragen ist also, zu welcher Ehe C03 und C04 jeweils gehören.

H01 ist in Henneberg verzeichnet und nennt einen Johann Caspar, Junggeselle, ältester Sohn von seel. Caspar Breul Inwohner in Einödhausen. C01 hatte aus erster Ehe nur einen Sohn, nämlich C02. Der älteste Sohn von C02 war nicht C03, sondern Georg Philipp, der 1724 in Harles verstorben ist und somit zum Zeitpunkt aller drei Trauungen noch lebend war. Der älteste Sohn von C01 aus zweiter Ehe war C04 weswegen es gut möglich ist, dass er deshalb als ältester Sohn bezeichnet wurde. Er war, obwohl der Jüngere der beiden, zum Zeitpunkt der Trauung 20 ½ Jahre alt.

H02 ist in Schwickershausen vermerkt und beschreibt den Bräutigam als Hanß Caspar, Caspar Breuls seel. nachgelassener Sohn in Oberharles.

H03 erfolgte zwar erst nach der vermeintlichen Geburt des Probanden, war aber offensichtlich die zweite Ehe eines der beiden Caspars und ist daher für eine Abgrenzung relevant. Die Trauung ist wiederum in Henneberg verzeichnet, was zusammen mit der Formulierung „Johann Caspar Breuel, Wirth zu Einertshausen Eheweib“ eher auf H01 schließen lässt. Andererseits ist im fraglichen Zeitfenster in den KIB von Henneberg und Schwickershausen nur eine möglich Bestattung erwähnt, und zwar in Henneberg am 1. Oktober 1718. Dort ist aber nicht der Vorname Margaretha (Epler), sondern „Anna Barb: Joh: Caspar Breuels, Wirths Zu Einertshausen Eheweib.“ genannt ist. Dies spricht dafür, dass Anna Barbara Storand [H02] die Verstorbene ist. Im Eintrag ist das Alter 26J, 19W, (..)T angegeben [-> * vor ca. 21 Mai 1692], was sehr genau zur Geburt von Anna Margaretha Storand am 17. Mai 1692 passt und sich mit der im OFB Mühlfeld diesbezüglich getroffenen Bewertung deckt. Es kann damit als relativ gesichert gelten, dass der Ehemann von H02 zugleich der Ehemann von H03 ist.

Da der Todesfall drei Monate nach der errechneten Geburt des Probanden eingetreten ist, bleibt H02 aber weiterhin für eine Elternschaft relevant.

Am 25. Dezember 1717 ist in Henneberg die Geburt einer „Anna Marg: Caspar Breules Einerts Wirths Töchterl“ verzeichnet, die am 9. Juni 1718 bestattet wurde „Anna Marg: Caspar Breules Wirths Zu Einerts Töchterl“. Diese Geburt stellt in Bezug auf die errechnete Geburt des Probanden einen Konflikt dar, weswegen das Elternpaar dieser Anna Margaretha für eine gleichzeitige Elternschaft zum Probanden ausgeschlossen werden kann.

Wenn die Formulierungen in den beiden Einträgen zur Tochter auch nahezu identisch mit dem Bestattungseintrag der Anna Barbara Storand lauten, was für einen Ausschluss von H02 spricht, erscheint eine chronologische Betrachtung der im Zeitraum in den KIB von Henneberg und Schwickershausen geborenen und bestatteten Breul-Kinder zur weiteren Abgrenzung/ Verifikation sinnvoll, denn am 17. November 1751 bei der Taufe des Sohnes des Probanden Johann (Hanß) Valten ist ein „Hanß Valten Stohrand“ Pate und am 8. April 1778 bei der Taufe von Anna Barbara Breul, einer Enkelin des Probanden, war mit „Anna Barbara: Johann Michael Storandts mit Nachbars und Innwohners allhier Eheliche Hausfrau“ gleichfalls eine Storand Patin. Dies deutet sehr auf Anna Barbara Storand hin.

Auch hierbei sind keine Kinder von bereits verworfenen Elternpaaren aufgelistet.

  • K01 KIB Schwickershausen:
    • * 9 Okt 1714 Anna Catharina Barbara, Hans Caspar Breuls Wirth in Harles und Anna Barbara
    • + 8 Nov 1714 Caspar Breuls Töchterlein, 5W
  • K02 KIB Schwickershausen:
    • * 25 Nov 1715 Anna Catharina Barbara, Hans Caspars Breul und Anna Barbara
  • K03 KIB Henneberg:
    • * 25 Dez 1717 Anna Margaretha, Caspar Breuls Einödhausen Wirths
    • + 9 Jun 1718 Anna Margaretha, Caspar Breuls Wirths zu Einödhausen, (..)3W 4T
  • K04 KIB Henneberg:
    • * 26 Sep 1719 Anna Margaretha, Joh. Caspar Breuls des Jüngeren
  • K05 KIB Henneberg:
    • * 4 Aug 1720 Maria Dorothea, Johann Caspar Breul des Wirths zu Einödhausen
  • K06 KIB Henneberg:
    • * 3 Sep 1723 Johann Michael, Joh. Caspar Breuls des Jüngeren, Mitnachbar Zu Einödhausen
  • K07 KIB Henneberg:
    • + 7 Apr 1724 Anna Margaretha, Johann Caspar Breuls, 14W 3T weniger 1St [-> * 25 Dez 1723]

Auffällig ist, dass die frühen Ereignisse in Schwickershausen, die späteren in Henneberg verzeichnet sind.

Sofern ein Ort erwähnt ist, wurde in Schwickershausen „Harles“, in Henneberg „Einödhausen“ verwendet. Gleichfalls wurde in Schwickershausen der Name „Johann“, in Henneberg „Hanß“ geschrieben. Beides kann in individuellen Vorlieben des Pfarrers begründet sein und lässt eine Abgrenzung nicht wirklich zu.

Nur in Schwickershausen ist der Name der Mutter erwähnt, wodurch ein Zuordnung von K01 und K02 zu H02 eindeutig möglich ist. Bei K01 ist dies zusätzlich durch die Patin belegt “seine Schwägerin Anna Catharina Storand, Hans Martin Storand hinterlassene jüngste Tochter“.

Bei K04 und K06 ist der Vater als „der Jüngere” bezeichnet, was auf Johann Caspar [C04] schließen lässt.

Neben der bereits erwähnten von Anna Margaretha am 25. Dezember 1717 gibt es offensichtlich keine weitere konkurrierende Geburt in Bezug auf den Probanden.

Um das Bild abzurunden, erscheint eine erneute Betrachtung der Ehefrau von H01 und H02 sinnvoll, die aber lediglich bestätigt, dass die Ortsangaben nicht wirklich weiterhelfen:

Die oben als 1718 verstorbene Ehefrau aus H02 identifizierte Anna Barbara Storand wird im KIB von Henneberg bei Trauung und Bestattung als Caspar Breuls, Wirths zu Einödhausen Ehefrau bezeichnet.

Margaretha Epler [H01] starb gemäß KIB Henneberg am 14. März 1764 ebenso in Einödhausen (79J 10M 14T alt [-> * 29. April 1684]).

Da beide Bräutigamväter zum Zeitpunkt der Heirat als verstorben beschrieben werden, ist diese Angabe für eine Zuordnung nicht hilfreich.

4. Zuordnung

Bei K01 und K02 ist Anna Barbara als Mutter benannt, die beiden Kinder sind somit H02 zuzuordnen. Dies ist durch den Eintrag einer Patin bestätigt:

  • C? oo [H02] Anna Barbara Storand
    • K01, K02,

Der Jüngere der beiden Caspars ist C04, K04 und K06 sind damit ihm zuzuordnen. Dazu kommt, dass K04 am 26. September 1719, weniger als ein Jahr nach dem Tod der Mutter aus H2 (1. Oktober 1718) und nur sechs Monate nach der zweiten Ehe des Vaters [H03] am 23. Mai 1719 geboren wurde. Wenngleich dies biologisch durchaus möglich ist, stellt sich die Frage, ob es ethisch zutreffen konnte, ohne dass es im KIB erwähnt wurde. Zudem hießt die Patin von K04 Anna Margarethe Kühhirt, identisch mit dem Geburtsnamen der Mutter von C04.

C04 ist auch der Einzige der beiden, der als ältester Sohn bezeichnet und somit H01 zugeordnet werden kann. Der Wortlaut „ältester Sohn von Caspar Breul“ kann zwar darauf schließen lassen, dass C04 doch kein Sohn von C01 war, der aus erster Ehe ja bereits C02 als Sohn hatte, sondern es sich bei seinem Vater um einen weiteren, bisher nicht aufgetauchten Caspar Breul handelt. Dies ist aber unwahrscheinlich und ebenso, dass im Taufeintrag von C04 das „Sen.“ nicht stimmt und er ein Sohn von C02 aus H01 war. Eher dürfte – wie oben schon erläutert – ältester Sohn aus zweiter Ehe gemeint sein:

  • C04 oo [H01] Margarethe Epler
    • K04, K06

Da K07 in Konkurrenz zu K06 steht, ist er C03 in der zweiten Ehe [H03] zugehörig und wenn Anna Barbara Storand die am 1. Oktober 1718 bestattete Ehefrau war, muss Ihr Ehemann [C03] aus [H02] auch der Ehemann von H03 sein:

  • C03 oo [H02] Anna Barbara Storand
    • K01, K02
  • C03 oo [H03] Margarethe Trotz
    • K07

K05 wurde nur 10 Monate nach K04 geboren. Auch wenn dies ebenfalls biologisch möglich ist, erscheint es weitaus realistischer, dass K04 und K05 zu verschieden Eltern gehören. Für die hier im Fokus stehende Vaterschaftsfolge ist dies aber nicht von Bedeutung:

  • C03 oo [H03] Margarethe Trotz
    • K05, K07

Soweit erscheint die getroffenen Zuordnungen nachvollziehbar und plausibel. Die entscheidende Frage ist nun, ob K03 der Ehe H01 oder H02 zugeordnet werden kann, die andere Ehe kommt folglich für die Elternschaft zum Probanden in Betracht.

Option 1:

Dass die Formulierungen von Geburts- „Caspar Breules Einnertsh Wirths“ sowie Bestattungseintrag „Caspar Breules Wirths Zu Einnertsh“ der Tochter K03 und der Bestattungseintrag von Anna Barbara Storand „Anna Barb: Joh: Caspar Breuls Wirths Zu Einertshausen“ im KIB Henneberg vom selben Pfarrer mit nahezu identischer Formulierung eingetragen sind, spricht dafür, dass K03 der Ehe H02 zugeordnet werden kann und somit der Proband ein Kind aus H01 war:

  • C04 oo [H01] Margarethe Epler
    • Proband, K04, K06
  • C03 oo [H02] Anna Barbara Storand
    • K01, K02, K03
  • C03 oo [H03] Margarethe Trotz
    • 05, K07

Option 2:

Das Vorkommen von Paten mit dem Namen Storand in der Nachkommenschaft des Probanden ist ein deutlicher Hinweis, dass Anna Barbara Storand die Mutter des Probanden war. In diesem Fall könnte sie nicht die Mutter von K03 sein und das Kind wäre – trotz der ähnlich lautenden Einträge im KIB der Ehe H01 zuzuordnen:

  • C04 oo [H01] Margarethe Epler
    • K03, K04, K06
  • C03 oo [H02] Anna Barbara Storand
    • K01, K02, Proband
  • C03 oo [H03] Margarethe Trotz
    • K05, K07

5. Schlussfolgerungen

Solange der Taufeintrag des Probanden nicht aufgefunden wird, kann die Filiation nicht endgültig aufgelöst und bewiesen werden.

Beide Optionen weisen bis auf K03 und den Probanden die gleiche Kindszuordnung auf und beiden Optionen ist gleich, dass Caspar Breul * 1629 + 1710 Einödhausen, Fürstlicher Pachtmann von Henneberg der Stammvater und somit Spitzenahn in dieser Linie ist.

Ohne den in Henneberg vermerkten Bestattungseintrag von Anna Barbara Storand, der eindeutig zu ihrem Taufeintrag in Schwickershausen passt, spräche vieles für eine Differenzierung nach den KIB. Die zeitliche Folge der Einträge und deren Art und Weise lassen aber darauf schließen, dass beide KIB relevant sind.

Es ist nicht wahrscheinlich, dass die Kindesfolgen der beiden 1713 getrauten Paare solche Lücken aufgewiesen haben, wie es nach den Einträgen in den KIB von Henneberg und Schwickershausen den Anschein hat. Eher dürften relevante Taufen nicht oder in anderen Orten (KIB) vermerkt worden sein, so auch die Taufe des Probanden.

Die Dublette der Kinderlücken 1714-1718 ist mindestens auffällig. Nachdem bereits KIB in nahezu allen denkbaren Kirchspielen der Region konsultiert wurden (siehe Auflistung in der Einleitung), stellt sich die Frage, welche Pfarrei in diesem kurzen Zeitraum für die versprengten Weiler Unterharles und Oberharles/ Einödhausen noch hätte zuständig sein können. Möglich wäre noch Eußenhausen, dessen KIB aber – zumindest in Archion – Stand August 2021 noch nicht online ist.

Wenngleich die ähnlich lautenden Formulierungen von Geburts- sowie Bestattungseintrag der Tochter K03 und der Bestattungseintrag von Anna Barbara Storand die Option 1 nahelegen, wird die Option 2 aufgrund der „Storand-Paten“ in der Nachkommenschaft (passende Paten der Option 1 existieren dort nicht) als weitaus wahrscheinlicher angesehen. Als weiteres Indiz kann gelten, dass Anna Barbara Storand eine Patin namens Barbara Krieg hatte, der gleiche Familienname, wie die spätere Ehefrau des Probanden, Anna Barbara Krieg. Auch hatte ihr Mann Hans Caspar Breul einen zwei Jahre älteren Bruder namens Georg Philipp (1682-1724), der als Pate eines gleichnamigen Neffen sozusagen “erste Wahl” gewesen wäre.

Für einen Bezug zu Schwickershausen und damit Harles spricht zudem, dass die Familie in den Henneberger Kommunikantenlisten um 1718 nicht auftaucht und nicht zuletzt auch der Ausgangspunkt der Analyse, der bei der Hochzeit des Probanden 1741 erfolgte Eintrag „von Ober Harles“. Warum 1718 die Bestattung der Anna Barbara Storand im Henneberger KIB und nicht in Schwickershausen eingetragen ist, bleibt offen.

Die Herleitung erscheint insoweit schlüssig nachvollziehbar, dass H02 mit einem entsprechenden Hinweis zur Validität als Elternpaar des Probanden in den Datenbestand übernommen wurde:

H02 14 Nov 1713 in Schwickershausen:

  • „Ist Hanß Caspar Breil, Caspar Breils seel nachgelassener Sohn im Oberharrles, mit Anna Barbara Storandin, desWeyland Hanß Martin Storands, gewesenen Steins(..)tzers und Mitnachbars alhier, hinterlaßener Tochter copulieret worden.“
    • K01 KIB Schwickershausen * 9 Okt 1714 Anna Catharina Barbara, Hans Caspar Breuls Wirth in Harles und Anna Barbara + 8 Nov 1714 Caspar Breuls Töchterlein, 5W
    • K02 KIB Schwickershausen * 25 Nov 1715 Anna Catharina Barbara, Hans Caspars Breul und Anna Barbara
    • Proband

Die bisher ermittelten Nachkommen des Breul-Stammvaters bis zum Probanden und seinen Geschwistern zeigt die folgende Grafik…

Quellendokumente

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Albert, ReinholdMühlfeld Orts-ChronikVereinsgemeinschaft Mühlfeld20013980680681
Hein, AndreasHenneberg Kammergut - verschwundenes GutshausAlle Burgenaufgerufen am 28 Aug 2021--
Kunze, Konraddtv-Atlas Namenkunde, Deutsche Vor- und FamiliennamenWeltbild20023612202693-
Naumann, HorstDas große Buch der Familiennamen. Alter, Herkunft, BedeutungGeisberg19993933744032-
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Dr. Triebel, AndréChronik HennebergTriebel Genealogieaufgerufen am 28 Aug 2021--
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